#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh#ArbeitsmigrationLiberato Herrandiz Cisneros

#Gütersloh, 5. Juli 2026

Liberato Herrandiz #Cisneros wurde am 16. Oktober 1920 im spanischen #Bolbaite (Provinz #Valencia) geboren. Als Jugendlicher zog er nach #Barcelona zu einem Onkel, der den Anarchisten angehörte. Im letzten Jahr des #Spanischen #Bürgerkriegs kämpfte er auf republikanischer Seite. Nach der Niederlage kehrte er als Landwirt in sein Heimatdorf zurück. Mit 21 Jahren wurde er zum Militärdienst in der Armee des #Diktators Francisco #Franco eingezogen und musste dabei auch Hinrichtungen ehemaliger #Republikaner miterleben.

Nach dem Wehrdienst arbeitete er erneut als Landwirt. Die wirtschaftliche Lage in #Spanien war schwierig, insbesondere für Regimegegner. Über das deutsch-spanische Anwerbeabkommen kam er nach einer medizinischen Untersuchung im Juli 1962 mit anderen Männern aus seinem Dorf nach Harsewinkel zur Firma #Claas.

»In Beelen aß ich meine erste #Bratwurst, die eines meiner Lieblingsessen bis heute geblieben ist!«

Untergebracht war er in einem der neu errichteten Gastarbeiterhäuser von Claas. Gearbeitet wurde zunächst neun, später acht Stunden täglich. Die Freizeit verbrachte er vor allem mit Briefeschreiben, Fußball und gemeinsamen Ausflügen. Sprachkurse gab es zunächst nicht; Dolmetscher halfen im Arbeitsalltag.

»In der #Firma arbeitete ich nur mit Spaniern zusammen und auch in der #Freizeit blieben wir unter uns!«

Nach einem Jahr kehrte Herrandiz nach Spanien zurück und arbeitete fünf Jahre in einem Familienbetrieb. Nach dessen Konkurs erhielt er auf eigenen Wunsch erneut eine Stelle bei Claas und zog 1968 gemeinsam mit seiner Ehefrau dauerhaft nach #Deutschland. Die Familie lebte in Sassenberg, von wo aus er täglich nach Harsewinkel pendelte. Seine Tochter blieb zunächst in Spanien, absolvierte dort Abitur und Studium und kam später ebenfalls nach Deutschland.

Bei Claas arbeitete Liberato Herrandiz zunächst als Springer, später als #Punktschweißer. Die körperlich schwere #Arbeit führte zu mehreren Verletzungen, darunter einem Gehörschaden und einer Augenverletzung. Betriebsrat und Gewerkschaft setzten sich auch für die spanischen Beschäftigten ein.

Seine Ehefrau arbeitete bei Brinkhaus in Warendorf und lernte Deutsch bei einer pensionierten Lehrerin, sodass sie häufig für ihren Mann dolmetschen konnte. Sie starb 1985, kurz vor seinem Renteneintritt. Nach seiner Pensionierung lebte Liberato Herrandiz Cisneros bei seiner Tochter in #Münster und behielt die spanische Staatsangehörigkeit.

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