#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – das Parkbad Gütersloh – vom modernen #Freibad zum #Denkmal
#Gütersloh, 30. Juli 2026
Wer heute durch das #Parkbad spaziert, kann sich kaum noch vorstellen, dass hier einst eines der modernsten Freibäder der Region lag. Das flache #Wasserbecken, die #Liegewiesen und die denkmalgeschützten #Betriebsgebäude vermitteln eher den Eindruck einer #Freizeitanlage und #Erholungsanlage. Dabei war das Parkbad über Jahrzehnte einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt.
Die Idee entstand schon in den 1920er Jahren
Anfang der 1920er Jahre waren die #Badeverhältnisse in Gütersloh alles andere als zeitgemäß. Eine Gruppe engagierter Bürger wollte das ändern. 1925 gründeten #Unternehmer und #Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens den Verein »Parkbad Gütersloh«. Zu den Initiatoren gehörten unter anderem Friedrich Wilmking, August Barkey und Carl Miele. Zahlreiche Gütersloher Unternehmen beteiligten sich an der Finanzierung des Projekts.
Bereits 1927 begann der Bau. Entworfen wurde die Anlage vom Bielefelder Architekten Paul Heidrich im Stil der »Neuen Sachlichkeit« beziehungsweise im »#Bauhaus #Stil«. Am 2. Juni 1928 wurde das Parkbad feierlich eröffnet – rund 2.500 Besucher kamen allein am Eröffnungstag.
Das Parkbad wurde zum #Sommermittelpunkt
Über Jahrzehnte gehörte das #Freibad zum #Sommer in Gütersloh wie der #Stadtpark oder die #Dalke. Hier trafen sich Familien, Vereine und Schulklassen. Der Gütersloher Schwimmverein trainierte und veranstaltete Wettkämpfe, die Tausende Zuschauer anzogen. Das Becken wurde mit #Wasser aus der #Dalke gespeist – damals eine durchaus moderne Lösung.
Den Besucherrekord erreichte das Parkbad 1967 mit fast 126.000 Badegästen in einer Saison – eine beeindruckende Zahl für eine Stadt der Größe Güterslohs.
Warum wurde das Parkbad aufgegeben?
Eigentlich war es kein einzelner Grund, sondern eine Entwicklung über viele Jahre.
1960 eröffnete das #Hallenbad, 1971 folgte das #Nordbad. Beide Anlagen waren moderner, boten mehr Komfort und entsprachen den gestiegenen Erwartungen der #Besucher. Gleichzeitig alterte das Parkbad. Immer mehr technische Anlagen mussten erneuert werden, während die Besucherzahlen zurückgingen.
1977 kam ein Gutachten zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Anlage befand sich in einem schlechten baulichen Zustand. Für eine grundlegende Sanierung wurden damals bereits rund 8 Millionen D Mark veranschlagt – eine enorme Summe.
1986 entschied der #Sportausschuss schließlich gegen den #Erhalt des Freibades. Nach 63 Jahren endete der Badebetrieb im Sommer 1991. In der letzten Saison kamen noch rund 41.000 Besucher – nur noch etwa ein Drittel des Rekordwertes.
Fast wäre das Parkbad verschwunden
Mit der #Schließung begann jedoch ein neuer Abschnitt der Geschichte.
Während die Stadtverwaltung den Erhalt der Anlage aus Kostengründen ablehnte, vertrat das damalige Westfälische Amt für Denkmalpflege eine völlig andere Auffassung. Nach Ansicht der #Fachbehörde war das gesamte #Ensemble – #Gebäude, #Becken und #Parkanlage – ein bedeutendes #Baudenkmal. Die Stadtverwaltung widersprach zunächst sogar einem #Denkmalschutz.
Erst ein Erlass des Landes Nordrhein Westfalen beendete den Streit: Am 25. März 1992 wurde das Parkbad gegen den ausdrücklichen Willen der Stadt unter Denkmalschutz gestellt. Ohne diese Entscheidung wäre das Gelände heute vermutlich nicht mehr erhalten.
Aus dem Freibad wurde ein Park
Nach der Unterschutzstellung entschied man sich bewusst gegen eine Rückkehr zum klassischen Freibad. Das ehemalige #Schwimmbecken wurde teilweise #verfüllt und nur noch etwa 30 Zentimeter tief ausgeführt. 1998 eröffnete das Parkbad nach umfangreichen Umbauten als #Freizeitstätte und #Naturerholungsstätte neu.
Bis heute prägt das markante Eingangsgebäude das Erscheinungsbild der Anlage. Gleichzeitig erinnert das flache Wasserbecken daran, welche Funktion das Parkbad einst hatte.
Ein Stück Gütersloher #Stadtgeschichte
Die Geschichte des Parkbades erzählt weit mehr als die Geschichte eines Freibades. Sie zeigt, wie sich Freizeitgewohnheiten verändern, wie technische Anlagen altern und wie politische Entscheidungen das Stadtbild prägen können.
Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: Das Parkbad wurde nicht deshalb erhalten, weil sich die Stadt für seinen Erhalt entschied. Es existiert heute vor allem deshalb noch, weil der Denkmalschutz seine historische Bedeutung höher bewertete als wirtschaftliche Überlegungen.
Fast 100 Jahre nach seiner Eröffnung ist das Parkbad deshalb nicht nur ein Ort der #Erholung, sondern auch ein lebendiges #Denkmal der Gütersloher Stadtgeschichte.
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Foto: Karla-Wagner-Stiftung, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
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