#NOW #Kommentar: Die #Kultur frisst ihre #Infrastruktur – »l’structure pour l’structure«

#Gütersloh, 3. Februar 2026

Es gibt Sätze, die sind keine #Polemik, sondern eine #nüchterne #Diagnose. Dieser gehört dazu: Das #Geld wandert nicht in die #Kunst, sondern in die #Struktur.

Was sichtbar wird, ist kein Ausrutscher, sondern ein Prinzip – alle Ebenen agieren isoliert und produzieren eigene #Terminkalender, #Ableger, #Portale, #Kampagnen. Jedes mit eigener Redaktion, eigener Logik, eigener Rechtfertigung. Jedes mit Fördermitteln, Personal, Sitzungen, Präsentationen. Was sie gemeinsam haben: Sie produzieren vor allem sich selbst.

#Struktur als #Selbstzweck

Offiziell geht es um #Sichtbarkeit, #Vernetzung, #Standortmarketing, #Kulturstärkung. In der Praxis entsteht ein dichter Filz aus #Plattformen, #Kalendern, #Logos und #Claims. Kultur wird dabei zur Zutat, nicht zum Ziel. Sie liefert den Content, mit dem die Struktur ihre Existenz begründet. Das ist der eigentliche #Skandal: Nicht, dass es solche Plattformen gibt – sondern dass sie Kunst substituieren, statt sie zu ermöglichen.

Der Kollateralschaden: private Initiativen

Noch perfider wird es dort, wo öffentliche Strukturen private Anbieter systematisch abwürgen. Wer unabhängig einen Veranstaltungskalender, ein Kulturportal oder eine kuratierte Plattform aufbaut, konkurriert plötzlich nicht mit dem Markt, sondern mit steuerfinanzierter Infrastruktur, die weder wirtschaftlich arbeiten noch scheitern muss.

Das Ergebnis ist immer gleich: Öffentliche Plattformen dürfen ineffizient sein, private müssen rentabel sein. Öffentliche kopieren Funktionen, private verschwinden. Das nennt man dann »Vielfalt«. In Wahrheit ist es Verdrängung durch #Subvention.

Antikultur mit gutem Gewissen

Das alles geschieht mit bester Absicht, moralisch sauber verpackt: #Teilhabe, #Demokratie, #Zusammenhalt. Doch je dichter die Struktur, desto dünner der künstlerische Boden. Am Ende bleiben Projekte, die Anträge schreiben können – nicht solche, die etwas zu sagen haben. Oder anders gesagt: Die Kultur wird verwaltet, bis sie nichts mehr kostet – außer Geld.

Was hier passiert, ist keine Förderung. Es ist #Strukturverliebtheit mit kulturellem #Feigenblatt.

#NOW #KWS #ROSA