#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – #Arbeitsmigration – Gino Badagliacca
#Gütersloh, 5. Juli 2026
Gino Badagliacca wurde am 5. Dezember 1939 in #Termini #Imerese auf #Sizilien als 4. von 11 Kindern geboren. Nach einer Maurerlehre und dem Wehrdienst erfuhr er über das #Arbeitsamt von der Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten. Nach einer medizinischen Untersuchung in #Neapel erhielt er eine Stelle als #Maurer in Gütersloh.
»Entweder lernen Sie die deutsche Sprache oder Sie bleiben dumm!«
Seine 1. #Arbeitsstelle war bei der #Baufirma Horst Scheler in Gütersloh. Er wohnte im #Kolpinghaus und teilte sich ein Zimmer mit 5 weiteren Männern aus verschiedenen Ländern. Von seinem Lohn blieb ihm nur wenig, da er einen großen Teil für Unterkunft und seine Familie in Italien aufwendete. Anfangs verdienten die italienischen Arbeiter weniger als ihre deutschen Kollegen, später wurden die Löhne angeglichen.
Schon bald fand #Gino #Badagliacca Kontakt zu deutschen Arbeitskollegen und lernte in der Freizeit die Sprache. Dennoch litt er unter Heimweh. Gemeinsam mit einem Freund ging er häufig zum Gütersloher #Bahnhof, um den Zügen Richtung #Italien nachzusehen. Auch das ungewohnte Essen vermisste er und kochte deshalb oft selbst.
»Wenn ich die Kirchenglocken läuten hörte, kamen mir die Tränen!«
1965 heiratete er die Gütersloherin Christel Ramschak. Nach ersten Jahren in einer Mietwohnung und bei den Schwiegereltern baute das Ehepaar in Eigenleistung ein eigenes Haus. 1977 wurde ihr Sohn geboren, später kamen drei Enkelkinder hinzu.
Nach seiner Heirat arbeitete Badagliacca bei mehreren Gütersloher Unternehmen, bevor er sich Mitte der 1980er Jahre mit einer #Pizzeria selbstständig machte. 2002 ging er in den Ruhestand. Seit 1972 besitzt er die deutsche Staatsangehörigkeit.
»Ich bin stolz auf Deutschland, aber wenn Deutschland und Italien #Fußball spielen, dann bin ich Italiener!«
Sein #Hobby war das #Singen. Auf Baustellen sorgte seine kräftige Stimme immer wieder für heitere Missverständnisse – einmal wurde sogar die #Polizei gerufen, weil Passanten glaubten, jemand schreie um Hilfe. Tatsächlich sang Gino Badagliacca »O sole mio«. Badagliacca trat auch auf der »Woche der Kleinen Künste« auf dem #Dreiecksplatz auf.
#Sänger mit italienischer #Leidenschaft
#Musik gehörte zu Gino Badagliaccas Leben. Schon während seiner Arbeit auf Baustellen sang er leidenschaftlich italienische Lieder und Opernarien – so überzeugend, dass Passanten einmal die Polizei verständigten, weil sie glaubten, jemand rufe um Hilfe. Tatsächlich sang er lediglich »O sole mio«.
Auch nach seiner beruflichen Laufbahn blieb er der Musik treu. Im Jahr 2004 eröffnete er die »Woche der Kleinen Künste« auf dem Gütersloher Dreiecksplatz mit italienischen #Canzoni und #Opernarien. In der Ankündigung hieß es: »Gino bringt uns Italien auf den Platz.« Der ehemalige Pizzabäcker war weit über Gütersloh hinaus bekannt und begeisterte sein Publikum mit seiner unverwechselbaren Stimme.
Neben der Musik widmete sich Gino Badagliacca mit großer Leidenschaft der Restaurierung eines historischen #Fiat Oldtimers – ein Stück italienischer Heimat, das er sich in seiner Garage bewahrte.
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Foto: Karla-Wagner-Stiftung, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
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